lunedì 17 novembre 2014

Anmerkungen zum Thema „Mittelalter“


Für Bendetto Croce war das Mittelalter „ein Zeitalter des Ruhmes“, weil es die „Christianisierung der Barbaren vervollständigte“ und „die Abwehr des für die europäische Kultur so bedrohlichen Islam beseelte“. Diese Aussage steht nun ganz demjenigen entgegen, was man uns in Deutschland in der Schule über das Mittelalter beigebracht hat. In der Schule wurde uns das Mittelalter als das „dunkle Zeitalter“ vorgestellt. „Mittelalter“ und „mittelalterlich galten fast als Synonyme für alles Dunkle und Reaktionäre. Erst die Renaissance soll diese Dunkelheit überwunden haben. Das mag nun auch daran liegen, dass das Ende des Mittelalters von vielen deutschen Philologen auf das Jahr 1492 festgelegt wurde. Das Jahr in welchen Christoph Kolumbus nach Indien aufbrach und dabei zufälligerweise Amerika entdeckte. Das Jahr, in welchem Ferdinand von Aragon und Isabella von Kastilien die Mauren fast vollständig von der iberischen Halbinsel verdrängten.

Wer das Mittelalter als „dunkel“ bezeichnet, vergisst, dass auch Persönlichkeiten wie Franz von Assisi (1182-1226), Roger Bacon (1214-1294), Thomas von Aquin (1225-1274) und Giotto (1266-1337) dem Mittelalter angehören, Persönlichkeiten, die alles andere als dunkel und reaktionär waren. Vergisst, dass im Mittelalter die Völker Mittel- und Nordeuropas erstmals mit einer Gedankenwelt in Berührung kamen, die in Südeuropa schon Jahrhunderte zuvor Fuss gefasst hatte, d.h. mit dem Christentum. Deshalb lässt sich die Bezeichnung „dunkles Mittelalter“ wohl kaum aufrecht erhalten. Das Wort “Mittelalter” erscheint erstmalig  im 15. Jahrhundert in Lateinisch und spiegelt die Meinung der Zeitgenossen wider, nach denen dieses Zeitalter die Zeit zwischen der Antike und der Renaissance bezeichnet.

Bezeichnend ist, dass in der deutschen Version von Wikipedia, unter dem Artikel „Mittelalter“ auch ein Bild von der Mezquita-Moschee in Córdoba gezeigt wird, das sicher irgendwelche Freunde des Dialogs Euro-Arabien dort eingefügt haben, um die Überlegenheit, oder zumindest Gleichwertigkeit des Islam mit dem Christentum zu betonen. Mein Mittelalter, unser Mittelalter ist nicht das Zeitalter der arabischer Moslems, und auch nicht das der nordafrikanischen Mauren, sondern ist das vom Christentum geprägte Zeitalter, die Zeit, in der sich das Christentum in Europa verbreitete, in der das europäische Christentum sich gegen den arabisch-islamischen Expansionismus wehren musste. Nur die pro-arabischen Professörchen, die uns den Islam als gleichwertige Religion und Kultur verkaufen wollen, weil sie vor der Menge der eingewanderten Muslimen Angst gaben, kommen auf die Idee unter dem Stichwort „Mittelalter“ das Bild einer Moschee zu zeigen, einer Architektur, die jeder Normaldenkende unter dem Stichwort „maurische Architektur“ einordnen würde und nicht unter dem Titel „europäische Architektur des Mittelalters“, auch wenn sie in Europa steht.  

Uwe Wienke Oktober 2014

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