Für Bendetto Croce war das Mittelalter „ein Zeitalter des Ruhmes“,
weil es die „Christianisierung der Barbaren vervollständigte“ und „die Abwehr
des für die europäische Kultur so bedrohlichen Islam beseelte“. Diese Aussage
steht nun ganz demjenigen entgegen, was man uns in Deutschland in der Schule
über das Mittelalter beigebracht hat. In der Schule wurde uns das Mittelalter
als das „dunkle Zeitalter“ vorgestellt. „Mittelalter“ und „mittelalterlich galten fast als Synonyme für alles
Dunkle und Reaktionäre. Erst die Renaissance soll diese Dunkelheit überwunden haben. Das mag nun auch
daran liegen, dass das Ende des Mittelalters von vielen deutschen Philologen
auf das Jahr 1492 festgelegt wurde. Das Jahr in welchen Christoph Kolumbus nach
Indien aufbrach und dabei zufälligerweise Amerika entdeckte. Das Jahr, in
welchem Ferdinand von Aragon und Isabella von Kastilien die Mauren fast
vollständig von der iberischen Halbinsel verdrängten.
Wer das
Mittelalter als „dunkel“ bezeichnet, vergisst, dass auch Persönlichkeiten wie
Franz von Assisi (1182-1226), Roger Bacon (1214-1294), Thomas von Aquin
(1225-1274) und Giotto (1266-1337) dem Mittelalter angehören, Persönlichkeiten,
die alles andere als dunkel und reaktionär waren. Vergisst, dass im Mittelalter
die Völker Mittel- und Nordeuropas erstmals mit einer Gedankenwelt in Berührung
kamen, die in Südeuropa schon Jahrhunderte zuvor Fuss gefasst hatte, d.h. mit
dem Christentum. Deshalb lässt sich die Bezeichnung „dunkles Mittelalter“ wohl kaum aufrecht
erhalten. Das Wort “Mittelalter” erscheint erstmalig im 15. Jahrhundert in Lateinisch und spiegelt
die Meinung der Zeitgenossen wider, nach denen dieses Zeitalter die Zeit
zwischen der Antike und der Renaissance bezeichnet.
Bezeichnend ist, dass in der
deutschen Version von Wikipedia, unter dem Artikel „Mittelalter“ auch ein Bild
von der Mezquita-Moschee in Córdoba gezeigt wird, das sicher
irgendwelche Freunde des Dialogs Euro-Arabien dort eingefügt haben, um die
Überlegenheit, oder zumindest Gleichwertigkeit des Islam mit dem Christentum zu
betonen. Mein Mittelalter, unser Mittelalter ist nicht das Zeitalter der arabischer
Moslems, und auch nicht das der nordafrikanischen Mauren, sondern ist das vom
Christentum geprägte Zeitalter, die Zeit, in der sich das Christentum in Europa
verbreitete, in der das europäische Christentum sich gegen den
arabisch-islamischen Expansionismus wehren musste. Nur die pro-arabischen
Professörchen, die uns den Islam als gleichwertige Religion und Kultur
verkaufen wollen, weil sie vor der Menge der eingewanderten Muslimen Angst
gaben, kommen auf die Idee unter dem Stichwort „Mittelalter“ das Bild einer
Moschee zu zeigen, einer Architektur, die jeder Normaldenkende unter dem
Stichwort „maurische Architektur“ einordnen würde und nicht unter dem Titel
„europäische Architektur des Mittelalters“, auch wenn sie in Europa steht.
Uwe Wienke Oktober 2014
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