lunedì 17 novembre 2014

Eine Verschwörung bei Tageslicht


Obwohl ich sie bestens kenne, überkommt mich beim Schreiben dieser Daten ein gewisses, mit Ungläubigkeit vermischtes Staunen. Denn, mein Gott: es handelte sich nicht um eine im Dunkel eines Hinterzimmers von Unbekannten oder von polizeibekannten Verbrechern ausgedachte Verschwörung. Es handelte sich um eine in vollem Tageslicht, unter den Augen aller, vor den Fernsehkameras und von allbekannten politischen Führern geplante Verschwörung. Bekannte Politiker, denen die Bürger ihre Stimme gegeben bzw. ihr Vertrauen ausgesprochen hatten. Sie hätte also aufgehalten, neutralisiert werden können. Tatsache ist, dass die Verschwörer bewusst bei Tageslicht, vor den Fernsehkameras, im Licht der Scheinwerfer und mit vollem Einsatz ihres Prestiges oder eingebildeten Prestiges handelten. Mit einer solchen Unverschämtheit, dass es niemand merkte. Keiner hatte einen Verdacht und wir wurden in die Irre geführt wie der Präfekt von Paris in der Erzählung von Edgar Allen Poe. Erinnerst du dich an die Erzählung P „Der entwendete Brief“? Ein genialer Mann ohne jedweden moralischen Grundsatz, ein Monstrum-horrendum, der zu jeder niedrigen Handlung in der Lage ist, der bekannte Minister D. hat aus den königlichen Gemächern einen höchstwichtigen Brief entwendet. Ein Dokument, das ihm unkalkulierbare Vorteile verschaffen und die Welt zerstören kann. Der Präfekt von Paris hat den Auftrag, den Brief zu finden und da er eine so hochstehende Persönlichkeit nicht des Diebstahls bezichtigen kann, organisiert er eine gestellten Raubüberfall. Er schleicht sich in dessen Palast ein und durchsucht jeden Saal, jedes Zimmer, jeden Gang, jede Abstellkammer, jede Ecke. Durchsucht jede Schublade, blättert in jedem Buch, untersucht jedes Kleidungsstück in der Garderobe. Alles vergeblich. Denn, anstatt den Brief zu verstecken, hat das Monstrum-horrendum ihn ganz augenfällig zur Schau gestellt. Er hat ihn in ein schäbiges Behältnis gesteckt, das an einer blauen Seidenschnur vom Kamin seines Büros herunterhing, wohlbemerkt desjenigen Büros in dem er alle Leute empfängt. Alle die dort eintreten, schauen als erstes auf den Kamin. Und aus dem Behältnis schauten dazu noch zwei oder drei Zentimeter des Dokumentes und das Siegel heraus. Folglich leicht erkennbar selbst für einen Blinden. Der Präfekt entdeckte ihn jedoch nicht. Oder besser: er sah ihn, aber es kam ihn kein Verdacht, weil der Brief so offen dort hing.

Was ich mit dem sagen will: wir sahen wie die Minister mit den Scheichs, den Emiren, den Obersten und Sultanen Orangensaft tranken. Wir sahen sie in den Zeitungen, im Fernsehen. Erkennbar wie das Behältnis, das an einer blauen Seidenschnur vom Kamin hing. Aber weil wir den wahren Grund nicht kannten, weshalb sie Orangensaft tranken,  hatten wir auch nicht den Verdacht, dass der entwendete Brief in ihren Gläsern steckte, und das hat uns blind gemacht. An der Konferenz von Damaskus nahmen alle europäischen Regierungen teil und zwar mit Vertreten aller Parteien. An der Konferenz von Rabat akzeptierten sie gesamthaft alle von der Arabischen Liga geforderten Bedingungen bezüglich Israel und die Palästinenser. I im Jahre darauf, in Strassburg, setzte die Parlamentarische Vereinigung für die Zusammenarbeit  Europa-Arabien ein Ständiges Komitee mit Sitz in Paris ein, dem gut dreihundertsechzig Beamte angehören. (Dieser Konferenz folgten zwei andere, eine in Kairo und eine weitere in Rom). Fast zum gleichen Zeitpunkt erblickte das Blättchen mit dem entsetzlichen Namen „Eurabia“ das Licht der Welt und mit diesem der Beweis, dass 1975 Europa sich schon dem Islam verkauft hatte. Es handelt sich um einen nicht abzuleugnenden Beweis, der mich so beunruhigt hat, dass ich mir die alten Nummern von „Eurabia“ besorgt habe (gedruckt in Paris, in französischer Sprache, herausgegeben von einem Herrn Lucien Bitterlin, Format 21x29 Zentimeter, Preis: fünf Franken). In Hoffnung, das Bat Ye’or etwas falsch verstanden haben könnte, habe ich alle ihre Hinweise kontrolliert, und, ach, sie hatte alles bestens verstanden. Bemerkenswert ist in der Tat nur, dass in der ersten Nummer akribisch die Wörter „Islam, islamisch, Moslem, Koran, Mohammed, Allah vermieden wurden. (an ihrer Stelle ist immer von „arabisch, Arabien“ die Rede). Bemerkenswert auch der gewundene Leitartikel, in welchem der Herr Bitterlin darlegt, dass die Zukunft Europas „direkt““ an die des Mittleren Ostens „gebunden“ ist , und das deshalb die Wirtschaftsvereinbarungen der EWG von den poltischen Vereinbarungen abhängen müssen, und dass diese wiederum in völlige Übereinstimmung mit der arabischen Sichtweise sein müssen. Die zweite Nummer macht hingegen schaudern. Einerseits wegen eines anderen gewundenen Leitartikels des Herrn Bitterlin, in welchem dieser der EWG nahelegt, ein bestimmtes Abkommen mit Israel zu streichen, und in dem er den „tausendjährigen Beitrag“ herausstreicht, den die Araber zur kulturellen Entwicklung der gesamten Welt geleistet hätten. Und weisst du, was dieser enthält? Die Vorschläge, die der Belgier Tilj Declerq (Mitglied der Parlamentarischen Vereinigung für die Zusammenarbeit Europa-Arabien) an der Konferenz von Kairo vorgelegt hatte und die von der Konferenz angenommen und in die Resolution von Strassburg integriert worden waren. Und weisst du was diese Resolution von Strassburg enthält? Die zukünftigen Immigranten. Genauer gesagt, die Immigranten, welche die arabischen Länder zusammen mit dem Erdöl nach Europa schicken werden.

Aus: „Die Kraft der Vernunft“  - Kapitel 6  

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