lunedì 17 novembre 2014

Oriana Fallaci an die Leser von "Kraft der Vernunft"


Vor drei Monaten widmete ich dieses Buch den Toten von Madrid (koordinierte  terroristische Angriffe vom 11. Marz 2004 auf Pendlerzüge, bei denen 191 Menschen ums Leben kamen (davon 177 sofort im Augenblick der Attentate) und 2057 Personen verletzt wurden). Seither hat sich die Liste der von den Feinden unserer Kultur ermordeten Menschen sehr vergrössert. Diese Widmung gehört  deshalb erweitert.

Ich widme es nun auch Nick Berg, das mit einem Halal-Metzgermesser von den Grünen Brigaden Mohammeds enthauptete Lamm. Grünen Brigaden Mohammeds sind eine der barbarischen Banden, welche von den falschen Pazifisten, d.h. von den Kollaborateuren, den Verrätern, respektiert , unterstützt und „Kämpfer des iranischen Widerstandes“ bezeichnet werden.

Ich widme es Paul Johnson, dem auf die gleiche Art in Riad von der saudischen Al Quaida-Bande enthaupteten Ingenieur.

Ich widme es Kim Sun, dem südkoreanischen Übersetzer, der von den gleichen Leuten auf die gleiche Art ermordet wurde.

Ich widme es dem amerikanischen Journalisten David Pearl, einem der ersten Opfer von deren Grausamkeit, das ebenfalls geköpft wurde.

Ich widme es allen amerikanischen, englischen, kanadischen, dänischen, französischen, polnischen, deutschen, japanischen, russischen, koreanischen, türkischen Bürgern, die jeden Tag im Irak entführt und denen man oft wie Schweinen die Gurgel durchschneidet um sie dann an irgend einem Strassenrand wie Abfall liegen zu lassen.

Ich widme es den Marines, deren Leichen verstümmelt, misshandelt und dann in Stücken ausgestellt werden, während das Bin Laden und Saddam Hussein hörige Gesindel vor lauter Freude johlt.

Und das alles geschieht, ohne dass sich die falschen Pazifisten darüber empören so wie sich alle zivilisierten Menschen über die Misshandlungen empört haben, die im Gefängnis von Abu Guraib vorgekommen sind.

Ich widme es allen Geschöpfen, welche die Kinder Allahs  mit ihren Selbstmordattentaten massakrieren; i widme es unseren Toten von Nassiriya*, den italienischen Soldaten, welche unsere ds Zynismus- und Lügenexperten „Besatzungstruppen“ nennen.

Ich widme es dem Soldaten des Regimentes „San Marco“ Matteo Vanzan, der fiel als er seine Kaserne verteidigte. Ich widme es dem Koch Antonio Amato, der von barbarischen Horden getötet wurde als er seine friedliche Arbeit in Saudi-Arabien ausübte .

Ich widme es dem einstigen Bäcker Fabrizio Quattrocchi, der unsere feigen Verräter dadurch beschämt hat, indem er seinen Mördern zurief: “Jetzt zeige ich euch wie ein Italiener stirbt“. Seine Leiche wurde streunenden Hunden zum Frass überlassen, die sie bis zur Unkenntlichkeit  zurichteten.

Jenem Fabrizio Quattrocchi, dessen politische Ideen ich mein ganzes Leben lang bekämpft habe, die aber von nicht wenigen Parlamentsabgeordneten vertreten werden, haben unsere ängstlichen Institutionen ein Staatsbegräbnis verweigert und  sogar eine Aufbahrung auf dem Kapitol in Rom, die jedem verstorbenen Filmschauspieler gewährt wird. An der Trauerfeier für diesen heroischen Sohn des Volkes nahmen weder der Staatspräsident noch der Bürgermeister seiner Heimatstadt teil, und nicht einmal die Angehörigen der drei Geiseln, die mit ihm zusammen entführt worden waren.

Ich widme es auch den achthunderttausend Italienern, die, trotz des stummen Vetos der Weicheier an der Macht, in diesen drei Monaten mein Buch gekauft und es bei Tageslicht gelesen haben, nicht im Dunkel der Katakomben, im feigen Schweigen, das der intellektuelle Terrorismus gebiert, nicht in der Furcht, mit der der neue, rote oder schwarze, oder grüne oder weisse oder regenbogenfarbige Faschismus die Gehirne wäscht und die Gewissen ausschaltet. Ich widme es allen denen, die guten Glaubens in Blindheit, in Taubheit, im Unwissen und in der Gleichgültigkeit dahinvegetieren, aber bereit sind aufzuwachen um etwas gesunden Menschenverstand wiederzuerlangen, etwas Vernunft, und mit der Vernunft etwas Mut, und mit dem Mut, etwas Würde. Eine Sache, die wir sehr nötig haben. Und immer mehr, denn wir befinden uns in einem Krieg, der uns erklärt wurde und der von Stunde zu Stunde eskaliert. Und uns erwarten noch viel härtere Tage.

(*Das Attentat im Nassirija vom 12. November 2003 forderte 28 Tote, davon waren 19 Italiener und 9 Iraker, alle waren Teilnehmer an der “Operation Antica Babilonia”, die ihrerseits ein Teil der „Operation Iraq Freedom" (OIF) war).

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