lunedì 17 novembre 2014

Der Islam und die Linke


Wenn ich von der Rechten und von der Linken spreche, dann meine ich keine zwei sich gegenüberstehende verfeindete Lager, von denen das eine das Zeichen von Rückschritt, das andere von Fortschritt ist. Ich spreche von zwei Formationen, die wie zwei Fussballmannschaften um einen Pokal kämpfen, indem sie dem Ball der Macht hinterherrennen. Beide bilden einen homogenen  Block, eine einzige Mannschaft, die gegen sich selbst spielt. Die Rechte gibt es im Westen nicht mehr: die laizistische, aufgeklärte, liberale, zivile Rechte ist heute Geschichte. Die unanständige, reaktionäre, stumpfsinnige und feudale Rechte gibt es hingegen noch. Man findet sie im Islam. Es ist der Islam.

Warum ist die Linke auf Seiten des Islam? Mögliche Antworten:

Die Linke ist auf Seiten der Dritten Welt, antiamerikanisch und antizionistisch. Der Islam ebenso. Folglich sieht sie im Islam ihren natürlichen Verbündeten.

Oder: Mit dem Untergang der Sowjetunion und dem Aufkommen des Kapitalismus in China hat die Linke ihre Orientierungspunkte verloren. Deshalb klammert sie sich an den Islam wie an einen Rettungsring.

Oder: In Europa gibt kein echtes Proletariat mehr, und eine Linke ohne Proletariat ist wie ein Laden ohne Ware. Im islamischen Proletariat findet die Linke die Ware, die sie nicht mehr besitzt, bzw. ein Wählerreservoir, dessen Stimmen sie in Zukunft einzukassieren hofft.

 

Aus: “Die Kraft der Vernunft”  - Kapitel 11

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