lunedì 17 novembre 2014

Die Islamische Expansion (3)


Drei Jahre später, d.h. im Jahre 1456 eroberten sie Athen, wo wiederum Mohammed II sämtliche Kirchen und antike Gebäude in Moscheen verwandeln liess. Mit der Eroberung Athens vervollständigten sie ihre Invasion Griechenlands, das sie für gut  vierhundert Jahre besetzen und ruinieren sollten. Daraufhin griffen die die Republik Venedig an, die sich 1476 ihnen auch im Friaul und dann im Isonzo-Tal gegenüber sah. Im Jahr 1480 warfen sie sich aufs Neue auf Apulien. Immer auf Befehl Mohammeds II, ging am 28. Juli das Heer von Achmed Pascha in Otranto an Land, welches seine Einwohner mit einer Handvoll Soldaten ohne Erfolg verteidigten. Die Stadt fiel innerhalb zweier Wochen. Und wie in Konstantinopel machten sie Tabula rasa. Sie drangen in die Kathedrale ein, wo sie sofort den Erzbischof enthaupteten, als dieser gerade dabei war, die Eucharistie auszuteilen, und mit dem Erzbischof alle Priester. Sie entführten alle jungen und hübschen Frauen und gaben sie der Truppe zum Frass. Die anderen schlugen sie tot oder versklavten sie. Am Schluss trieben sie achthundert Überlebende über fünfzehn Jahren zusammen und brachten in das Lager Achmed Paschas, der ihnen die Frage stellte: „Wollt ihr konvertieren oder sterben?“. „“Ich will lieber sterben“, antwortete der sechzehnjährige Antonio Grimaldo Pezzulla, ein Tuchscherer, d.h. Textilarbeiter. Daraufhin riefen alle: „Ich auch, ich auch“ und Achmed Pascha stillte sogleich ihren Wunsch und liess sie alle köpfen. Acht Tage lang dauerte das Massaker, hundert Köpfe am Tag. Nur ein gewisser Bernabei kam davon weil er sich entschieden hatte zu konvertieren. Bald aber erwies er sich als schlechter Muslim und zur Strafe wurde er gepfählt. (das  berichtet uns Pietro Colonna in seinen „Commenti sull’Apocalisse“).

Auch im nachfolgenden Jahrhundert geht es mehr oder weniger gleich zu. Denn im Jahre 1512 bestieg Selim der Blutige den Thron des Ottomanischen Reiches. Immer auf der Grundlage des Gesetzes über den Brudermord kam er auf den Thron nachdem er zwei Brüder, fünf Enkel, mehrere Kalifen sowie eine ungenannte Zahl von Wesiren hatte erdrosseln lassen. Und aus diesem ging der weitsichtige Sultan Suleiman der Prächtige hervor, der sich in den Kopf gesetzt hatte, einen „Islamischen Staat von Europa“ zu begründen. Sofort nach seiner Krönung stellte er eine Streitmacht von etwa vierhunderttausend Mann, dreissigtausend Kamelen, vierzigtausend Pferden und dreihundert Kanonen zusammen. Aus dem schon islamisierten Rumänien führte er 1526 diese Armee in das katholische Ungarn und trotz des heldenhaften Widerstandes der Verteidiger, zersprengte er deren Heer in weniger als achtundvierzig Stunden. Dann erreichte er Buda, da heutige Budapest. Er setzte es in Brand und, ratet einmal wie viele Ungarn (Männer, Frauen und Kinder) sofort auf dem Sklavenmarkt von Istanbul endeten: hunderttausend. Und ratet wie viele es im darauffolgenden Jahr waren, die auf den Sklavenmärkten von Damaskus, Bagdad, Kairo und Algier landeten: drei Millionen. Aber auch das reichte ihm nicht. Um seinen „Islamischen Staat von Europa“ zu realisieren, stellte er ein zweites Heer auf mit weiteren vierhundert Kanonen, und im Jahr 1529 begab er sich von Ungarn nach Österreich. Das ultrakatholische Österreich, welches  damals als ein Bollwerk der Christenheit galt, konnte er jedoch nicht einnehmen. In der Tat, nach fünf Wochen vergeblichen Angriffe zog er es vor sich zurückzuziehen.  Bei seinem Rückzug liess er jedoch dreissigtausend Bauern umbringen, von denen er meinte es lohne sich nicht, sie auf den Sklavenmärkten zu verkaufen, denn der Preis für Sklaven war infolge der grossen Angebots von drei Millionen und hunderttausend gefangengenommenen Ungarn, zu stark gefallen. Sofort nach seiner Rückkehr beauftragte er den bekannten Piraten Khayr ad-Din, genannt Barbarossa, die Flotte zu reformieren. Diese Reform erlaubte es ihm aus dem Mittelmeer eine islamische Herrschaft zu machen. Nach der Niederschlagung einer Palastverschwörung bei der er seinen Erstgeborenen und auch den Zweitgeborenen seiner Söhne sowie deren Kinder, d.h. seinen eigenen Enkel erdrosseln liess, warf er sich 1565 auf Malta, eine Festung des Christentums. Das nützte im allerdings wenig, denn im Jahr darauf starb er an einem Herzinfarkt (Halleluja).

Es nutzte wenig, weil sein dritter Sohn den Thron bestieg. Dieser war bekannt nicht als der Prächtige, sondern als der Säufer. Und es war genau unter diesem Selim dem Säufer, dass im Jahr 1571 der General Lala Mustafa das christliche Zypern eroberte, wo er eines der infamsten und schamlosesten Verbrechen beging, mit dem sich dieser Leuchtturm der Zivilisation befleckt hat. Ich spreche vom Martyrium des venezianischen Patriziers und Senators Marcantonio Bragadino, Gouverneur der Insel. Wie der Historiker Paul Fregosi in seinem ausserordentlichen Buch „Djihad“ erzählt, begab sich Bragadino, nach dem er die Kapitulationsurkunde unterzeichnet hatte, zu Lala Mustafa um mit ihm die Einzelheiten eines Friedensabkommens zu diskutieren. Weil er ein aufrechter Mann war, ging er zu ihm in glanzvoller Aufmachung: auf einem eleganten Schlachtross, angetan mit der violetten Toga der Senatoren, begleitet von vierzig Arkebusieren in Paradeuniform und von dem schönen Pagen Antonio Quirini (Sohn des Admirals Quirini), der über seinem Kopf einen wertvollen Sonnenschirm mit langen Franzen hielt. Über einen Frieden wurde nicht geredet. Denn wie schon vorher beschlossen, entführten die Janitscharen sofort den schönen Jungen und brachten ihn ins Serail von Lala Mustafa, der Jünglinge noch lieber deflorierte als es Mohammed II getan hatte. Danach umstellten sie die vierzig Arkebusiere und hackten sie mit ihren Krummsäbeln in Stücke. Im wahrsten Sinne des Wortes: in Stücke. Am Schluss hoben sie Bragadino aus dem Sattel und augenblicklich schnitten sie ihm Nase und Ohren ab. So verkrüppelt zwangen sie ihn vor dem Sieger niederzuknien, der ihn dazu verurteilte, lebend gehäutet zu werden. Das Häuten erfolgte dreizehn Tage später in Anwesenheit aller Zyprioten, denen befohlen worden war dabei zu sein. Während die Janitscharen sich über den Verstümmelten lustig machten, musste Bragadino mehrfach die Runde um die Stadt machen und dabei Säcke mit Abfall hinter sich her schleifen und jedes Mal die Erde lecken, wenn er an Lala Mustafa vorbeikam. Dann kam die Hinrichtung. Er starb während man ihm die Haut abzog. Lala Mustafa befahl mit der abgezogenen und mit Stroh ausgestopften Haut eine Puppe herzustellen, sie auf eine Kuh zu binden und diese um die Stadt zu treiben. Am Schluss liess er die Puppe am Bugmast seines Admiralschiffes aufhängen. Zum Ruhm des Islam.

Aus: „Die Kraft der Vernunft“ - Kapitel 1

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