lunedì 17 novembre 2014

Die Popovs Allahs


Zu Zeiten der Sowjetunion gab es Popov. Niemand wusste, wer dieser Popov gewesen sein könnte. In welcher Zeit und in welcher Gegend er gelebt haben und welche Zeugen seiner Existenz er hinterlassen haben könnte. Man wusste nicht einmal ob Popov sein Vorname oder sein Nachname oder sein Spitzname gewesen sei. Noch schlimmer, nur eine pure Erfindung. Die Sowjets  und die italienischen Kommunisten  behaupteten jedoch, dass dieser Popov alles erfunden habe: die Eisenbahn, das Telefon, den Reissverschluss, das Fahrrad, die Nähmaschine, die Mähmaschine, die Geige, die Makkaroni, die Pizza. Kurz und gut, lauter Sachen, von denen wir glaubten, dass wir sie erfunden hätten. Nun, bei den unkritischen Jüngern der Sigrid Hunke geschieht das Gleiche. Der einzige Unterschied ist der, das ihre Popovs Mohammed, Achmed, Mustafa oder Raschid heissen. Und sie gehören nicht der Sowjetunion an und sollen nicht die Überlegenheit des Kommunismus beweisen. Sie gehören der älteren Vergangenheit des Islam an und sollen dessen Überlegenheit beweisen. Hier einige Beispiele. Ich glaubte, dass schon die alten Römer das Sorbet kannten und es mithilfe des Schnees zubereiteten, den sie von Bergen holten und in kühlen Kellern aufbewahrten. Frau Margarita López Gómez der Fundación Occidental de la Cultura Islámica in Madrid hat mir jedoch erklärt, dass der Erfinder einer der Popovs Allahs gewesen sei, und dass im heissen Mesopotamien sich der Schnee besser konservieren lässt als in unseren Kühlschränken und dass unser Wort „Sorbet“ von arabisch “sharab” kommt.

(Anm. d. R.: Man lese dazu den Artikel „Sorbet“ in der deutschen Version von Wikipedia und vergleiche ihn mit dem Artikel „Sorbetto“ in der italienischen Version. Die deutsche Version reflektiert ausschliesslich die Meinung der islamfreundlichen Speichellecker. Die alten Römer hat man völlig unter den Tisch fallen lassen. In der italienischen Version liest man zum Beispiel, dass das arabische Wort “sherbet” indoeuropäische Wurzeln haben könnte)

Ich hatte bisher auch geglaubt, das Papier hätten die Chinesen erfunden. Um genau zu sein, ein gewisser Tai-lun habe es erstmalig im Jahr 105 n.Chr. (also 500 Jahre vor Mohammed) aus Maulbeerbaum- und Bambusfasern hergestellt. Frau López Gómez hingegen behauptet, dass das Papier von Moslems in Damaskus und in Bagdad erfunden worden sei und dass deren Abkömmlinge es in Cordoba und Granada verbreitet hätten. (die natürlich die herrlichsten und kultiviertesten Städte warewn, die die Welt je gesehen hat. Im Vergleich mit diesen Städten erscheinen das Athen des Perikles und das Rom des Augustus als schmuddelige Dörfer). Und ich glaubte auch, dass es Hippokrates war, der mit der Erforschung des Blutkreislaufes begann. Er war es jedoch nicht. Hört man jedoch die genannte Frau López Gómez, so war es ein gewisser Ibn Sina, d.h. Avicenna. Und das  ist nicht alles. Glaubt man dem Professor Sherif Mardin der Washington University (einer der zwei Amerikaner mit koranischem Namen und ein bekannter Leugner gesicherter Tatsachen), dann haben wir den islamischen Popovs sogar die Artischocken zu verdanken, einschliesslich der „carciofi alla giudia“, der Artischocken, die böswillige Leute wie ich, den jüdischen Küche zuschreiben. Und ausser den Artischocken verdanken wir dem Islam auch den Spinat, die Orangen, die Zitronen, die Hirse und die Baumwolle. Wirklich seltsam, in der Schule habe ich gelernt, dass die alten Römer Baumwolle aus dem Ägypten der Pharaonen einführten und dass sie daraus Kleider, Togen und Bettlaken machten und, wenn ich nicht irre, machten das auch die alten Griechen.

Der Professor Mardin beschränkt sich nicht nur aufs Gemüse. Er behauptet, dass wir auch den „Dolce Stil Nuovo“ der islamischen Kultur verdanken, die poetische Richtung , die, wie alle wissen, im 13. Jahrhundert von Guido Guinizelli in Bologna begründet wurde und ihre Blüte dann in der Toskana erlebte, insbesondere in Florenz mit Dante Alighieri, Guido Cavalcanti und Lapo Gianni. Denn es seien die Muslime der Kreuzfahrerzeit gewesen, so sagt er, die als Erste die Liebe, die höfische Art und das Rittertum besangen. Sie seien es gewesen, die als Erste in der Frau ein Quelle der Inspiration sahen, ein mystisches Instrument geistiger Erhebung. Und der Professor Louis Baeck von der Universität Leuwen in Belgien, ist ähnlicher oder gleicher Meinung. Dieser behauptet doch tatsächlich, dass der Beitrag des Islam zur europäischen Kultur auch die Wirtschaftswissenschaften betrifft. Denn der Vater der Wirtschaftswissenschaft sei nicht etwa Adam Smith, sondern Mohammed. Auch wenn der Koran dem Thema nur wenige Suren widmet, in den religiösen Vorschriften des Propheten fänden sich alle Ideen Adam Smiths zusammengefasst. Der Professor Reinhard Schulze des Orientseminars Bonn gibt dem Islam auch die Vaterschaft der Aufklärung. Schluss mit der Auffassung, dem Westen gebühre das Verdienst der Aufklärung, heult er. Schluss mit der Auffassung, das Europa des 18. Jahrhunderts sei ein Vulkan intellektuellen Lebens gewesen und der Islam ein Abgrund der Unwissenheit und des Verfalls. Schluss mit der Zuweisung der Verdienste an die Voltaires, an die Rousseaus, an die Diderots, an die Enzyklopädisten. Dann verrät er den Namen seines Popovs. Er heisst Abdalghani Al-Nabulosi und war Historiker in Damaskus, wo er schon 1730 das schrieb, was Voltaire dreiundvierzig Jahre später in seinem „Précis sur le Procés du Monsieur Comte de Morangies contre la Famille Verron” schreiben sollte, nämlich, dass man die Rolle der Religion in der Gesellschaft neu definieren müsse.

Ein kleiner Brief, “Herr Schulze, halten Sie Ihren Mund. Und überlassen sie gewisse Theorien ihrer verstorbenen Landsmännin Frau Hunke. Wir wissen bestens, das in der weiter zurückliegenden Vergangenheit es auch im Islam intelligente und ausserordentliche Persönlichkeiten gab. Intelligenz hat keine Grenzen und es gelingt ihr immer wieder die Mauern der institutionalisierten Idiotie zu durchbrechen. Es ist deshalb durchaus möglich, dass Ihr Popov ganz allein in Damaskus auf irgendeine Idee der Enzyklopädisten gekommen ist, möglicherweise beim Lesen Isaac Newtons, der zu diesem Thema schon zwei oder drei Traktate geschichtlichen und theologischen Inhalts veröffentlicht hatte. Aber abgesehen von der Tatsache, dass eine Schwalbe noch keinen Frühling macht, hat der Islam noch immer seine intelligenten Persönlichkeiten verfolgt und zum Schweigen gebracht. Denken Sie an Averroës (1126-1198), der wegen seiner Unterscheidung von Glauben und Vernunft von den Kalifen der Heterodoxie angeklagt wurde, fliehen musste, eingekerkert wurde wie ein Verbrecher, dann unter Hausarrest gestellt und derartig gedemütigt worden ist, dass er, als man ihn rehabilitiert hatte, lebensmüde geworden war und innerhalb von wenigen Monaten starb. (Nicht von ungefähr  sagte Ernest Renan 1883, in einem seiner berühmten Vorträge an der Sorbonne: die Verdienste des Averroës dem Islam anzurechnen, sei etwa das gleiche wie die Verdienste Galileis der Inquisition zuzuschreiben). Herr Schulze, wenn es ein Jahrhundert gab, in welchem der Islam nichts anderes als Trägheit und Niedergang zu bieten hatte, so war das genau das 18. Jahrhundert. Und wenn es eine Denkrichtung gab, mit der der Islam nun absolut nichts zu tun hat, dann ist es die Aufklärung. Und wissen Sie warum? Weil es genau so ist wie vor zweihundertfünfundvierzig Jahren Diderot an Madame Volland schrieb: „Der Islam ist der Feind der Vernunft“. Und wenn ihre muslimischen Freunde nicht ein Bisschen ihr Gehirn öffnen, und den Koran und der Theokratie nicht einer gehörigen Säuberung unterziehen, wird kein Eurabien das Gegenteil demonstrieren können“.

Und was die Italiener betrifft, die an dieser Tagung sich durch ihre Ehrerbietigkeit gegenüber dem Islam ausgezeichnet haben, mein Gott!. Einer von ihnen war damals Vizegeneralsekretär des Europarates. Ein anderer war von den Linksdemokraten und stand damals der Kommission „Jugend, Kultur, Sport und Medien“ des Europäischen Parlamentes vor. Der dritte war Inhaber des Lehrstuhls für Islamische Studien an der Universität Neapel. Und wenn ich mir ihre Vorträge durchlese wird mir geradezu schlecht, mehr als Bestürzung fühle ich Verwirrung und Schmerz. Geblendet von dem Leuchtturm Allahs, findet der Erste einen Popov der neapolitanischen Schlager, in „O Sole mio“ und in “Funiculì-Funiculà”. Die neapolitanischen Schlager, die wir singen, könnten von nordafrikanischen Strassenmusikern stammen. Und das Gleiche lässt sich auch von vielen sizilianischen und spanischen Liedern sagen, heisst es im Text, den ich vor mir habe. Und von der Huldigung der arabischen Musik geht er zur Gastronomie über. Es teilt uns mit, dass viele sizilianische, spanische, bulgarische, griechische und jugoslawische Gerichte (lauter Länder, die am meisten unter dem islamischen Kolonialismus zu leiden hatten) der Küche des Ottomanischen Imperiums entstammen. Von der Huldigung der Gastronomie kommt er zur Theologie und, in völliger Missachtung des Werks “De unitate intellectus contra Averroistas”, belehrt er uns, dass der heilige Thomas von Aquin aufs Tiefste von der Schule Averroës‘  beeinflusst worden sei. Der Zweite kanzelt hingegen Giambattista Vico ab, indem er behauptet, dass dessen Theorie “der Zyklen in der Geschichte“ (Corsi e ricorsi) schon dreissig Jahre früher von einem islamischen Popov namens Ibn Khaldun formuliert worden sei. Auch Marco Polo setzt er kräftig herab. Er macht uns glauben, dass die “Chroniken” des Reisenden Ibn Battuta viel interessanter seien als Marco Polos “Il Milione”. Auch Giordano Bruno wird zusammengestaucht. Er wirft uns vor, seinen Tod auf dem Scheiterhaufen zu beklagen, und nicht das gleichen Martyrium des Arabers Al-Hallaj. Schliesslich definiert er den Islam als „eine der ausserordentlichsten politischen und moralischsten Kräfte der heutigen Welt“ (nicht der Welt von gestern, der von heute). Er erläutert uns, dass die europäische Kultur, weit davon entfernt eine eigene Identität zu besitzen, ein Gemisch von Kulturen sei, zu denen man auch die islamische rechnen müsse. Er beglückwünscht sich zur „Integration, die dabei ist, unseren Kontinent zu veredeln” und er wünscht sich, dass Multikulti uns mit neuem Blut erfülle …… Der Dritte, ach, nimmt sich Sizilien vor. Damit will ich sagen, dass er die Glorie Andalusiens auf Sizilien ausdehnt, das für drei Jahrhunderte von den wahren Erfindern von “O sole mio” und “Funiculì-funiculà” unterjocht wurde. Die Tatsache, dass die Sizilianer für fast ein Jahrhundert sich wie Löwen gegen deren Vordringen gewehrt haben, übergeht er mit Stillschweigen. Dagegen spricht er auch im Fall Siziliens von einem Goldenen Zeitalter, von einer Epoche , die so glücklich war, dass man den Eindruck hat, dass für ihn eine neue Invasion der Söhne Allahs das grösste Glück der Welt wäre, und anstatt diese zu bedauern müsse man ihr dankbar sein. „Shukran, Brüder, Shukran! Danke, dass ihr gekommen seid um uns erneut ein bisschen Kultur zu bringen“. Um undankbare Geschöpfe wie mich besser zu überzeugen, behauptet er frech, in Sizilien hätten die Menschen darum gebeten, zum Islam konvertieren zu dürfen – nicht um jene Rechte zu erwerben, die den ungläubigen Hunden vorenthalten waren, sondern weil sie diesen Popovs tiefe Bewunderung entgegenbrachten. Das Gleiche hätten die Normannen gefühlt, nach dem sie sie vertrieben haben. Und es spricht für sich, dass die belgischen und französischen Teilnehmer diese Dankbaren um viele Längen noch übertreffen. In seiner leidenschaftlichen Lobpreisung, zum Beispiel, hat sich der Professor  Edgar Pisani, Direktor des Institut du Monde Arabe in Paris, die Jakobiner vorgenommen, denen er vorwirft, an einem bestimmten Punkt der Französischen Revolution mit der katholischen Kirche verhandelt zu haben und nicht mit dem Islam.

Aus: “Die Kraft der Vernunft”  - Kapitel 7

 

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